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„Berliner kostet extra“

Düsseldorf- Golzheim 02.12.2007, das
 ultimative Laufturnier

 

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Aus meiner Sicht lief alles besser als vor jedem Turnier in diesem Jahr.

Das Frauchen hat es geschafft, frühzeitig aufzustehen, es war auch Zeit, denn meine Blase drückte schon ganz ordentlich.

Etwas peinlich, aber ich kann in meinem hohen Alter einfach nicht mehr so lange einhalten. Ihr müsst das Euren hübschen Hündinnen gegenüber ja nicht unbedingt erwähnen. Das Problem wurde aber an den Sträuchern der Nachbarn schnell gelöst.

Frauchen war bereits fertig eingekleidet und die Farbe versprach mir schon, dass ich heute mit auf die Reise darf. Das grelle Orange kann selbst ich nicht übersehen. 

Fast pünktlich war die Kleiderfrage auch bei  Herrchen geklärt und es ging mit einem Affenzahn Richtung Düsseldorf. 

Auf einem großen Waldparkplatz wurde dann alles ganz hektisch.

Ralf- mein Herrchen – ging ohne uns zu einem Haufen Leute hin und war auch schon schnell außer Sicht.

Regina, das Frauchen, sagte mir und meiner Gefährtin Donna, das er wieder kommt und so konnte ich entspannt ein paar Bäume markieren.

Die üblichen Verdächtigen, vor allem die Leute, die ich sonst immer auf unserem Übungsplatz treffe (sie tragen alle Orange), waren auch schon lange weg und ich bellte ihnen kräftig nach, aber keiner wollte mich mitnehmen und Frauchen blieb auch einfach stehen. Warum will sie denn heute nicht laufen??? 

Aber dann sagt sie, wir müssten noch warten und drehte schon mal eine Runde auf dem Parkplatz mit uns.

Als dann aber ein paar nette Hündinnen mit ihren bläulich gekleideten Herrchen und Frauchen angelaufen kamen ging es mit etwas Verspätung endlich los.

Huch! In meinem Übereifer habe ich am Anfang etwas zu viel Gas gegeben. An der ersten Steigung habe ich mich Regina dann angepasst und bin hinter ihr hergetrottet, war ja auch ganz schön steil.

Bergab habe ich natürlich auch wieder aufgedreht, vor allem als die Moni mit dem großen weißen Rüden uns entgegen kam. Hihi- wenn der nicht aufpasst…ich habe nämlich noch nichts gefrühstückt. *sabber* 

Die nächsten Hunde, die uns begegnet sind fand ich nicht so toll. Regina passte aber gut auf mich auf.

Oben bei den wolligen Schafen *sabber* hat ihr eine Frau sogar Prügel angedroht. Sie sei schließlich eine aus Berlin, mit denen man sich nicht anlegen solle… Die Worte habe ich nicht genau verstanden, aber Regina sagt, das sei auch gut so. Dabei wollte Regina doch nur, das uns nichts zustößt und wir uns nicht aufregen müssen.

Der kleine dicke Beagle- Rüde von ihr ließ sich aber von Reginas „Hau ab- Männeken“ fernhalten und dann wurde das Frauchen auch noch etwas schneller. Irgendwoher kommt Buttersäure…ohje, armes Frauchen, sie wird verfolgt. Gott sei Dank sind Berliner anscheinend nicht so gut trainiert.

Na ja- was soll’s -ist ja noch mal gut gegangen, hätte sowieso deren Kniekehle nicht mehr losgelassen. *sabber* 

Die Buttersäure war weg, die Berliner Tussi auch. Und der Beagle immer noch schwer beeindruckt.

Eine ganze Weile später:
Hat Regina sich verlaufen???
Sie bleibt stehen, dreht sich um, spricht irgendwelche Leute an…
Ach nein! Hier waren wir schon mal, das rieche ich genau!
Am Ende der langen Schottersteigung ist doch die Berlinerin *grrr*
Und mutig wie wir sind, greifen wir jetzt von hinten an. Guter Plan, Frauchen! 
Doch außer Schafen *sabber* nix zu sehen. Hat sich wohl verdrückt.
Auch gut. Dann biegen wir an einer Stelle ab, wo wir noch nicht waren. Komisch.

Die Sägespäne habe ich vorhin gar nicht gesehen?!

Da habe ich aber auch nur auf den zarten Popo einer kleinen Kromfortländerin geguckt. Aber den Typ auf dem Fahrrad, der uns entgegen kommt, den kenne ich, der hat Regina mal eine Trillerpfeife geschenkt. Netter Typ! Aber die Pfeife ist schrecklich laut, die alte war besser, aber die Menschen sagen, sie war zu leise. Was die immer haben! 

Ha. Jedenfalls haben wir jetzt Fahrradbegleitung, das hat auch nicht jeder. Donna fängt an zu ziehen, sie riecht mal wieder das Ziel. Das faule Ding denkt wieder mal nur an ihr Mittagsschläfchen. Ich muss aber zugeben, es war ganz schön anstrengend und noch eine Extrarunde hätte ich nicht mehr laufen wollen.

Meine langen Haare sind  verklebt vom matschigen Untergrund und mein altes Herz benötigt jetzt auch eine Pause.

Geschätzte 9 km in geschätzten 90 Minuten sind aber auch für einen alten Wolf wie mich eine ordentliche Leistung! 

Herrchen kam mit der kleinen Nervensäge – meiner Zweitgefährtin – auch noch auf uns zu. Will der etwa auch noch eine Extrarunde???

Ach Nein, auch er leitet uns ins Ziel. Und da rufen sie auch schon, die Orangen Punkte hinter den Bäumen, ich rieche Endorphin und Adrenalin.

Toll, diese Lauftruppe! Alle haben gewartet und uns angefeuert!

Danke! Das tut mir auch richtig gut. 

Habe allerdings noch nicht ganz verstanden, warum wir so lange an der Tankstelle gewartet haben und Helmut Ralf abgeholt hat, damit er dann das stinkende Zeug aus einem kleinen Kanister einfüllen musste. Mir erzählt ja keiner was! 

Regina und Ralf sind dann im Vereinsheim verschwunden und haben uns eine ruhige Pause gegönnt.

Am Ende hörten wir sie wieder rufen…alle paar Minuten „Hey,Hey,Hey!“

Wies aussieht haben sie schon wieder so einen Fressnapf gewonnen, wo aber nie Leckerchen drin sind. Sie nennen es Pokal.

Jedenfalls kann man bei dem Geschrei unmöglich schlafen.

l065Aber offensichtlich habe ich mich geirrt. Ralf hatte wohl seinen Laufschuh beim letzten Turnier vergessen. Und damit das heute nicht wieder passiert, haben sie den Schuh auf einem dicken Stück Holz festgeschraubt und ihn mit goldener Farbe eingesprüht, damit er ihn nicht übersehen kann. Komisch, diese Menschen!

Aber Ralf und Regina haben sich wohl sehr darüber gefreut, sie waren mächtig am grinsen, als sie den Schuh ins Auto gestellt haben. 

Und gut gegessen hatten sie auch. Ein gutes, leckeres Buffet, selbstgebackene Weckmänner, Hühnersuppe und Glühwein…woher ich das weiß? Ich kann zwar schlecht sehen, aber riechen funktioniert einwandfrei!

Und die Moral von der Geschichte: Trau niemals einem Berliner, denn das kostet extra…nämlich Buttersäure und Nerven und dadurch eine Extrarunde! 

Einen Gruß an alle, die dabei waren und die, die im nächsten Jahr den goldenen Laufschuh haben wollen…der gehört uns, wie ich eben erst erfahren habe, nur solange, bis sich eine nicht orange Läufermehrheit eines anderen Vereins gefunden hat, die sich an diesem Spaßturnier beteiligen wird.

Müllwerker sind davon ausgenommen. Die können ihn haben, wenn sie in der Überzahl sind! Denn wenn man einen Orangen Läufer vor sich hat, kann es auch schon mal ein Müllwerker sein! 

Euer Charly

 

PS: Ich hab das natürlich von Regina schreiben lassen!

vdh
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